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Forderungen des MNU Landesverbandes Hamburg

Der MNU Landesverbandes Hamburg fordert die Schulbehörde und Schulleitungen aller weiterführenden Schulen auf, folgende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit allen Schülerinnen und Schülern der Freien und Hansestadt Hamburg eine gute und angemessen Bildung in den MINT-Fächern zugutekommen kann.

Anpassung der Stundentafeln:

1/3 der Unterrichtsstunden sollte für die MINT-Fächer vorgesehen sein. Dieses sollte in folgender Weise an in den Stundentafeln der weiterführenden Schulen verankert werden:

  • Ab Klasse 5 muss in jeder Klasse Mathematik mindestens vierstündig unterrichtet werden.
  • An allen weiterführenden Schulen soll in den Klassen 5 und 6 mindestens dreistündig das Fach Natur und Technik unterrichten.
  • In den Jahrgangsstufen 7 bis 10 an Gymnasien und in den Jahrgängen 7 bis 11 an Stadtteilschulen, sollen alle naturwissenschaftlichen Fächer Biologie, Chemie und Physik durchgängig jeweils zwei Stunde pro Woche in Doppelstunden unterrichtet werden.
  • Das Fach Informatik sollte in der Sekundarstufe I mindestens 4 Stunden unterrichtet werden.
  • Jeder Schülerin und jedem Schüler sollte es in jedem Jahrgang der Mittelstufe möglich sein im Wahlpflichtbereich neben der Aufnahme einer weiteren Fremdsprache einen mindestens zweistündigen naturwissenschaftlichen und/oder informationstechnische Wahlpflichtkurs zu belegen.
  • In der Studienstufe müssen allen Schülerinnen und Schüler mindestens 4 Stunden in Mathematik auf grundlegendem oder erhöhen Niveau unterrichtet werden.
  • Jede Schule muss ein Oberstufenprofil anbieten, dass die Fächer Physik, Chemie oder Informatik auf erhöhtem Niveau vierstündig enthält. Dieses sollte auch dann stattfinden, wenn es unterhalb der Regelfrequenz angewählt wird.
  • In der Studienstufe sollen allen Schülerinnen und Schülern mindestens 4 Stunden in naturwissenschaftlichen Fächern oder Informatik unterrichtet werden.
  • Ergänzend sollte jede Schule für jeden Jahrgang Angebote aus dem MINT-Bereich (z. B. Arbeitsgemeinschaft, MINT-Profilklassen, o.ä.) anbieten.

   Situationen vor Ort:

  • Naturwissenschaftlicher Unterricht muss in den jeweils dafür ausgestatteten und den Sicherheitsaspekten entsprechenden Fachräumen sowie angrenzenden Sammlungsräumen in Biologie, Chemie oder Physik unterrichtet werden.
  • Der Aufwand für die Vor- und Nachbereitung von Experimenten für den Unterricht muss angemessen bei der Faktorisierung der Arbeitszeit berücksichtigt werden.
  • Alle Schulen sollten mit ausreichenden Experimentiermaterialien ausgestattet werden, so dass Schülerversuche mindestens in Partnerarbeit durchgeführt werden können.
  • Jede Schule sollte über mindestens ein digitales Messwerterfassungssystem verfügen.
  • Für Schulen sollten Lehrwerke zur Verfügung stehen, die den Bildungsplänen der MINT-Fächer entsprechend konzipiert sind.
  • Jede Schule benötigt mindestens eine technische Leitung, die sich um die Administration und Wartung von Computern und Rechnern kümmert.

Unterricht:

  • Allen Lernenden muss eine Medienausbildung gemäß der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ unabhängig von der Schulwahl ermöglicht werden.
  • Das Experimentieren muss Teil jedes naturwissenschaftlichen Unterrichts sein. Onlinexperimente und Simulationen können die Erkenntnisgewinnung stützen, aber nicht ersetzen.
  • Schulen sollten die Möglichkeit haben in Zentralprüfungen eine Aufgabe zum Experimentieren zu wählen.
  • Die naturwissenschaftliche Erkenntnisgewinnung sollten Teil mindestens einer Prüfungsaufgabe sein.
  • Der Einsatz von Computer-Algebra-Systemen sollte nicht nur für alle Schülerinnen und Schüler im Unterricht, sondern spätestens im Abitur in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern möglich sein.

Fortbildung und Ausbildung:

  • Seitens des Landesinstituts für Schulentwicklung und Lehrerbildung sollte es auf jeweiligen Stand der fachdidaktischen und methodischen Entwicklung fachwissenschaftlich angemessene und ausreichend Fortbildungsangebot für alle MINT-Lehrkräfte geben.
  • MINT-Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst sollten während der Praxisphase in dieser Ausbildungsphase ausreichend Zeit zur Erprobung von Experimentiersituationen und Anwendung von technischen Geräten im Unterricht haben und dabei von Anleiterinnen und Anleitern unterstützt werden.  
  • Seiteneinsteiger in den MINT-Fächern sollte angemessene fachdidaktische und pädagogischen Weiterbildungsangebote erhalten, um in der Schulpraxis optimal unterstützt zu werden.

  Fassung vom 25.03.2021 

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